Brachmann, Caroline Marie Louise

Persönliche Daten

Louise Brachmann ist das zweite Kind des Beamten Christan P. Brachmann und seiner Frau Friederike Vollhard, einer hochgebildeten Pfarrerstochter. Zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Amalie E. L. (geb. 1781) wird Louise von der Mutter unterrichtet und in der Bibliothek ihres Vaters findet sie schon früh den Zugang zur Literatur. Mit dem Umzug der Familie von Rochlitz nach Weißenfels 1787 entwickelt sich eine enge Freundschaft zwischen Louise und Sidonie von Hardenberg (geb. 1779). Als Sidonie ihrem Bruder Friedrich (geb. 1772, bekannt als Novalis) die Gedichte ihrer Freundin zeigt, erkennt dieser Louises Talent und unterstützt ihre literarische Entwicklung als Freund und Mentor.1 In Friedrich Schillers Zeitschriften Die Horen (XII. Stück, 1997) und dem Musen-Almanach für das Jahr 1798 und 1799 werden schließlich zum ersten Mal einige ihrer Gedichte veröffentlicht.2

Im Jahr 1800 erkrankt die junge Frau an einem psychosomatischen Leiden, bei Schütz wird eine ‚Ehrverletzung‘ als Ursache genannt. Einen Selbstmordversuch überlebt sie mit schweren Kopfverletzungen.3 Im darauffolgenden Jahr erleidet Louise mit dem Tod von Novalis, ihrer Schwester Amalie und ihrer Freundin Sidonie einen schweren Verlust. Bald darauf sterben auch ihre Mutter (1802) und ihr Vater (1804). Da ihr Bruder C. Friedrich (geb. 1771) sie finanziell nicht unterstützen kann, ist Louise nun auf sich allein gestellt. Gegen die gesellschaftlichen Konventionen versucht sie jedoch nicht, ihre Existenz durch eine Heirat zu sichern, sondern greift zur Schreibfeder und macht ihre Leidenschaft zum Beruf.4

Louise Brachmanns Gedichte und Prosatexte, vor allem Erzählungen und Novellen, werden in mehr als 30 Zeitschriften und Almanachen veröffentlicht. Ab dem Jahr 1804 erscheinen auch eigene Bände. Sie pflegt zahlreiche Kontakte in die literarischen Kreise ihrer Zeit, darunter zu Sophie Mereau, Benedikte Naubert und Caroline Pichler.5 Allerdings gelingt es ihr nicht, mit bedeutenden Verlagen gewinnbringende Verträge abzuschließen. Ihre finanzielle Lage zwingt sie zur ‚Vielschreiberei‘ und nimmt ihr die Sicherheit, ihr literarisches Talent auszubauen.6 Louise Brachmanns Leben ist geprägt von dem Verlust geliebter Menschen, der Sehnsucht nach Liebe, in der sie selten ihr Glück findet, und den gesellschaftlichen Einschränkungen, denen sie als Künstlerin begegnet.7

Als sie im Jahr 1822 eine befreundete Familie in Halle besucht, stürzt sie sich in die Saale und beendet damit am 17. September ihr Leben.8 Oft wird Liebeskummer für ihren Selbstmord verantwortlich gemacht, nicht zuletzt, weil das auch ein Thema in ihren Werken ist.9 Sicher lässt sich jedoch nur sagen, dass sich Louise Brachmann mit ihrem Selbstmord von einer Welt verabschiedete, in der sie ihren Platz nie wirklich gefunden hat.10 Nach ihrem Tod wird Louise Brachmanns Leben und Werk noch großes Interesse entgegengebracht. So werden zahlreiche Nachrufe auf sie veröffentlicht, darunter auch Beiträge von Adolph Müller und Caroline Pichler, und in den Jahren 1824 bis 1826 erscheinen mehrere Sammelbände ihres Werks. Über die Jahrzehnte wird sie jedoch „nahezu vergessen“11, allerdings werden in den Jahren 2011, 2012 und 2013 neue Nachdrucke ihres Werkes veröffentlicht, was für ein aufblühendes Interesse an der Schriftstellerin spricht.12

Ausarbeitung Lena Winter

Digitalisierte Werke

  • Keines der 41 Werke der/des Autorin/Autors sind digitalisiert.

Nicht Digitalisierte Werke

  • Unkategorisiert

    1. [at heading:] Das Hirtenmädchen
    2. [caption title, f.28v:] Meine Freystadt [sic] | Bornhardt.
    3. [caption title:] II. Tiefes Gefühl. | Louise Brachmann
    4. [f.1r:] Abend Phantasie von Louise Brachmann pour le Clavecin ou Piano Forte Del Sig: Joh: Gänsbacher.
    5. [f.4v, at head centre:] 6. Gesang im Freien.
    6. [heading, p. 23:] N|o 13 [space] Trinklied [space] Müller
    7. [heading:] Die See und das Auge der Geliebten | von L. Brachmann. [at left:] N|o 40 [at right, with violet chalk by later hand: "Dichter Hofmann von Fallerleben"]
    8. [label on cover, score:] Columbus. | [title, score:] Columbus. | Melodramatische Dichtung von Louise Brachmann, Musik von Jul. Becker.
    9. [white label on cover:] [with pencil:] Motetten ! X | [with black ink:] Columbus. | f. Tenor= & Baritonsolo, Männer, | Chor u. Orchester | von | Ernst Rabich
    10. [without heading, at right:] di Berger. [at the end:] Louise Brachmann.
    11. [without title]
    12. Abschied
    13. An die Horen
    14. An die Laute
    15. Anthologie aus den Gedichten / von Louise Brachmann und G. A. v. Maltitz. - Hildburghausen ; Amsterdam, 1846.
    16. Auserlesene Dichtungen
    17. Columbus
    18. Der Schwan
    19. Die Leitsterne
    20. Die Rettung
    21. Erinnerung
    22. Erinnerungen an Luise Brachmann und den Schiller-Körnerkreis [Erinnerungsmappe f. d. Verwandtenkreis Meinhold-Brachmann]
    23. Eudora: allen Verehrern des Schönen und Guten gewidmet
    24. Fantasie und Gefühl
    25. Gebunden sind die Flügel der Gedanken : Louise Brachmann (1777-1822)
    26. Gedichte
    27. Guidos Aurora
    28. Harmonie
    29. Heitre bunte Wiesen dunkler Haine Kranz
    30. Kindheit und Jugend
    31. Louise Brachmann [ausgewählt und eingerichtet vom 2. bis 6. Oktober 2012]
    32. Mir entflohn des Herzens Freuden
    33. Nach der Ferne
    34. Prinzessin Nachtschatten ausgewählte Texte
    35. Romantische Blüthen
    36. Sammlung
    37. Schlummerlied für mein Herz
    38. Sehnsucht
    39. Stanzen
    40. Uitspanningen voor den geest : in verhalen
    41. Works. Selections. 2006

Quellen